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E88CC Kopfhörer Verstärker


 
Eingangsempfindlichkeit 250mV
Schaltungsprinzip Gegentakt
Ausgangsleistung ca. 1 Watt
Frequenzgang  17Hz - 56 kHz -3dB
Ausgangsimpedanz 32 - 600 Ohm
Klirrfaktor < 1% bei 300mW

Alles fing an mit einer "Schnapsidee" und endete letzt endlich in dem hier vorgestellten Gegentakt- verstärker. Das "Verstärkerchen" hat ausreichend Leistung um auch etwas Leistungshungrige Kopfhörer zu versorgen. Durch die Gegentaktschaltung ist Brumm absolut kein Thema. Für die Dimensionierung der Schaltung habe ich eine für Röhren extrem niederohmige Variante gewählt. Das brachte mir folgende Vorteile :

-  Die Phasenumkehr ist in der Lage die Endstufe direkt anzusteuern.
-  Rauschen ist absolut kein Thema

Auf eine Gegenkopplung sowie auf eine Klangregelung habe ich verzichtet.
Ein weiterer wichtiger Punkt, wie bei allen meinen Projekten, ist die Verfügbarkeit der Bauteile. Die eingesetzte Röhren gibt es aus neuer Fertigung und der AÜ ist ebenfalls aus neuester Fertigung verfügbar. Man muss also keine Radio's schlachten zur Materialgewinnung.

Die Phasenumkehr

In Gegentaktschaltungen werden zwei um 180° gedrehte Signale für die Ansteuerung der Endröhren benötigt. Dies wird in dieser Schaltung mit einem Differenzverstärker bewerkstelligt. Normalerweise müsste dem Differenzverstärker noch eine weitere Treiberstufe folgen um die beiden Signale weiter zu verstärken, dem bin ich aus dem Wege gegangen in dem ich die komplette Schaltung extrem niederohmig ausgelegt habe. Dies verkraftet die E88CC (ECC88) ohne Murren. Der Differenzverstärker ist in der Lage die Endröhren im gewünschten Bereich voll auszusteuern.

Die Endstufe

Die beiden Trioden einer E88CC steuern einen kleinen 1 Watt PP Übertrager an. Die erzielbare Ausgangsleistung von einem Watt reicht voll aus um richtig Lärm zu machen. Erstaunlich ist für diesen kleinen AÜ die untere Grenzfrequenz von 17Hz, dies sorgt für einen ordentlichen und ausgewogenen Klang über den gesamten hörbaren Frequenzbereich. 
Das Poti in der Endstufe dient zum Ausgleich kleinerer Unterschiede der beiden Triodensysteme. Der Abgleich ist recht einfach. Ein 1kHz Rechtecksignal in den Verstärker einspeisen und mit dem Poti am belasteten Ausgangsübertrager ein sauberes Rechteck einstellen.  Sollte man diese Messmöglichkeit nicht haben, einfach das Poti in Mittelstellung bringen, meist passt diese Einstellung für neuere Röhren.
 
 


1kHz Rechtecksignal mit angeschloßenem 32 Ohm Kopfhörer





Das Netzteil

Das Netzteil besteht aus einem Trafo mit 160V / 120mA Wicklung und 6,3V /1,3A Wicklung. Um das ganze kompakt zu halten habe ich eine Halbleitergleichrichtung verwendet. Die Siebung erfolgt mit einem CLC Siebglied mit parallel Resonanz Filter für die 100Hz. Dies ergibt einen Brumm von 0,02mV bei Vollast des Netzteils.

Das Gehäuse

Gehäusebau ist nach dem wickeln von Spulen bei mir die zweitunbeliebste Bastelbeschäftigung :-). Also bin ich immer auf der Suche nach einfachen Lösungen. Bei dem hier verwendeten Gehäuse handelt es sich um ein Aluprofilgehäuse der Firma ISEL. Dieses Gehäuse ist normalerweise für Europakarten gedacht 100x160mm, das wäre für die Schaltung aber zu klein. Also bin ich hingegangen und habe es durch die Anfertigung neuer Aluplatten auf 200x160mm vergrößert. Mit einer Kreissäge und einer 1,5mm starken Aluplatte war das kein Problem. Die neuen Platten wurden dann gebohrt, geschliffen und mit Grundierungslack grundiert. Anschließend wurde mit schwarzem hochglänzendem Autolack das Endfinish hergestellt. Fertig war das Gehäuse. Folgende Aluzuschnitte wurden hergestellt :

2 x 200x160x1,5mm (Boden und Deckplatte)
1 x 215x42x2mm (Rückwand)
1 x 230x50x2mm (Frontplatte)

Noch ein Tip zum lackieren. Um hochgläzende Oberflächen zu erhalten muss man mehrfach lackieren, zwischen jedem Lackiergang die Oberfläche mit 400 Schmirgelpapier anschleifen und die Platte feucht entstauben.

Die Platine

Wir wollen ja unsere Röhren sehen wenn sie arbeiten :-). Also wurde die Platine so entworfen das die Röhren sichtbar montiert werden können. Es gibt zwei Varianten der Platine einmal für 22mm Fassungen und einmal für 18,5mm Fassungen (Preh Bakelit). In der PDF Datei ist die 22mm Version enthalten. Die Fassungen werden wie auf den Foto's zu sehen in die Platine eingeklebt. Hierzu eignet sich entweder 2 Komponenten Epoxykleber oder ein Spaltfüllender Cyanacrylatkleber, beides kann man bei den Modellbauern finden.
Die Verdrahtung der Heizspannung muss mit verdrillter Litze zusätzlich ausgeführt werden, dies ist auf den Foto's gut zu sehen. Auf Wunsch stelle ich eine Platine her : 

Viel Spass beim nachbauen.
Hans Borngräber

Verstärker in Betrieb

Passt alles?


Versuchsaufbau zum messen

Die Platine